Viele Herren kennen das Problem: Zur Ausformung des Brustkorbes wird viel Sport getrieben oder zu Hormonpräparaten gegriffen. Doch manchmal wollen die Maßnahmen einfach nicht helfen – im Ergebnis stellt sich auf dem Leib zunehmend der Männerbusen ein. Hierbei ist allerdings nicht von einem kosmetischen, sondern von einem medizinischen Problem auszugehen. Entsprechend kann oft alleine der Besuch beim Arzt die Ursachen aufdecken und zur Heilung beitragen.

Die Männerbrust – was ist das eigentlich?

Wenn von einer Männerbrust gesprochen wird, ist die sogenannte Gynäkomastie gemeint. Dabei handelt es sich um einen gutartigen Wachstumsschub der Brust, bei dem vornehmlich Fette eingelagert werden. Das Drüsengewebe des Mannes wird – ähnlich wie bei jungen Frauen in der Pubertät – über Monate oder sogar Jahre hinweg verformt. Es handelt sich somit auch nicht um die Folge eines Übergewichtes oder einer ungesunden Ernährung. Ursachen also, wie sie beim Krankheitsbild der Lipomastie vorliegen können. Rund ein Drittel aller Männer ist Untersuchungen zufolge von der Männerbrust betroffen.
 

Symptome der Gynäkomastie

Lässt sich die Lipomastie als Folge ungesunder Lebensgewohnheiten noch durch Sport und eine ausgewogene Ernährung vermeiden, so bedarf die echte Männerbrust anderer Maßnahmen. Ob eine solche vorhanden ist, lässt sich recht einfach testen. So sollte beim Abtasten der Brust insbesondere der enge Bereich um die Brustwarze eher verhärtet erscheinen, sich also nicht weich und flexibel präsentieren. Ebenso dürfte eine leicht erhöhte Empfindlichkeit auf Berührungen vorliegen. Der Brustkorb kann darüber hinaus angespannt wirken und vergrößerte Drüsen aufweisen. Schmerzen oder Unwohlsein sind mit diesen Symptomen zumeist nicht verbunden.
 

Die Ursachen der Gynäkomastie

Wer unter der echten Männerbrust leidet, verfügt nicht selten über einen schlecht balancierten Hormonhaushalt. Insbesondere die weiblichen und männlichen Sexualhormone können dabei in einem groben Missverhältnis zueinander vorkommen. Häufig ist deren Produktion im Körper bereits durch die Pubertät gestört. Aber auch die wiederholte Einnahme von Drogen und Medikamenten sowie von leistungsfördernden Steroiden kann sich ungünstig auf die Hormone auswirken und die Gynäkomastie auslösen. Neben dem zu hohen Verzehr von Alkohol und Fleisch gilt eine Fehlfunktion der Nieren als Ursache der Männerbrust. Der Grund muss also im Einzelfall durch einen Mediziner ermittelt werden.
 

Formen der Gynäkomastie

Doch nicht alleine in der Mitte seines Lebens muss der Mann mit dem Auftreten der deformierten Brust rechnen. Vielfach neigen bereits Säuglinge zum Einlagern von Fetten im Brustgewebe. Zwischen dem 12. und dem 20. Lebensjahr ist zudem im Rahmen der Pubertät mit einer Verformung der Brust zu rechnen – männliche Teenager sind davon ebenso betroffen wie junge Damen. Mit zunehmendem Alter gelingt es dem Körper aber auch immer schlechter, Fette abzubauen. Diese werden dagegen im Organismus eingelagert, wo sie dann zur Männerbrust beitragen.
 

Behandlungsarten der Gynäkomastie

Wer die Männerbrust loswerden möchte, kann das Ziel im Normalfall durch die Einnahme von Arzneimitteln erreichen. Präparate zur Hemmung des Östrogenspiegels sind dafür ebenso geeignet wie Medikamente, die das Testosteron als männliches Sexualhormon in sich tragen. Zugleich ist auf eine Veränderung der Lebensgewohnheiten abzustellen, insbesondere der Verzehr von Fetten sollte reduziert werden. Ist die Gynäkomastie allerdings weit fortgeschritten, können diese Maßnahmen kaum eine Verbesserung garantieren. Bei einigen Patienten ist darüber hinaus zu beachten, dass der Organismus nicht oder nicht wie gewünscht auf die Hormonkur ansprechen wird.
 

Chirurgische Korrekturen der Gynäkomastie

Als letzte Option bleibt häufig nur die Operation. Unter lokaler Betäubung oder der Vollnarkose wird neben dem eingelagerten Fett auch das Brustgewebe entfernt – ein erneutes Anwachsen desselben wird dadurch für die Zukunft vermieden. Der Erfolg des Eingriffs gilt somit als dauerhaft. Zwar kann es im Rahmen der chirurgischen Korrektur zu leichten Schmerzen, Schwellungen und Taubheitsgefühlen im Bereich der Brust kommen. Auch das mehrwöchige Tragen einer Kompressionsweste wird empfohlen. Echte Risiken kennt die Maßnahme indes nicht. Der Mann kann künftig also ohne Männerbrust leben.
2018-04-10T14:28:41+00:00 10. April 2018|