Volle Lippen liegen im Trend. Wer jedoch nicht mit einem prallen Schmollmund á la Angelina Jolie gesegnet ist, kann mit kleinen Injektionen nachhelfen. Aber Achtung: Die Spritzen sollten nur vom Fachmann gesetzt werden – sonst droht Infektionsgefahr.

Im Ranking auf Platz 7

Platz Sieben im Ranking der beliebtesten Schönheits-OPs – das Lippenaufspritzen klettert auch in der Gunst der österreichischen Damen immer weiter nach oben.  Das ergab eine aktuelle Patientenumfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGPÄC), für die im vergangenen Jahr 2200 Menschen befragt wurden, die einen Facharzttermin bei einem Plastisch- Ästhetischen Chirurgen vereinbart hatten. Auf Platz eins lag übrigens nach wie vor die Busen-OP.

Nichtsdestotrotz: „Minimalinvasive Behandlungen sind in der ästhetischen Medizin so gefragt wie nie“, weiss auch Dr. Jörg Dabernig aus der Praxis. Besonders begehrt: Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure oder Botulinumtoxin sowie das Lippenaufspritzen.

 

BeautyTrend – Kussmund

Kein Wunder, gelten volle Lippen doch als wichtiges weibliches Schönheitsideal und versprechen Sinnlichkeit und Verführung. „Außerdem ist das Aufspritzen der Lippen – korrekt ausgeführt – ein recht schonender Eingriff mit großer Wirkung“, erklärt Dr. Dabernig. Bereits nach 24 bis 48 Stunden sind die Spuren des Eingriffs verschwunden, der Mund zeigt sich in seiner neuen Form. „Mit der Hyaluron- oder Eigenfettinjektion werden die Lippen aber nicht nur voller – auch feine Linien und kleine Fältchen werden gestrafft. Zudem könne der Experte die Konturen des Munds definieren und modellieren – so kommt zum Beispiel der Amorbogen perfekt zur Geltung.

 

Beliebteste Füllmittel: Hyaluronsäure und Eigenfett

Der wohl gängigste Stoff für das Aufpolstern der Lippen ist die Hyaluronsäure. In seiner natürlichen Form sorgt sie für straffes Bindegewebe; synthetisch hergestellt lässt sich die Flüssigkeit passgenau injizieren. Zudem binden die Moleküle Wasser – eine Eigenschaft, die die Lippen zusätzlich aufpolstert. Großer Nachteil des Hyaluron: Bereits nach wenigen Monaten baut der Körper die synthetische Hyaluronsäure wieder ab. Dann braucht es eine erneute Injektion.
 

Korrekturen bei zuviel Hyaluron

Und wenn das Ergebnis doch mal so gar nicht gefällt oder Ungleichheiten ausgeglichen werden müssen, kann das körpereigene Enzym Hyaluronidase, in die Lippen gespritzt werden und innerhalb von 24 bis 48 Stunden , diese Unebenheiten wieder korrigieren. Zudem sollte vor der Behandlung zwingend das Allergierisiko geprüft werden. Wer zum Beispiel auf Bienenstiche allergisch reagiert, reagiert auch auf Hyaluronidase. Kosten fallen für das Rückgängigmachen der Lippenaufpolsterung natürlich auch an: Bis zu 500 Euro müssen Patientinnen dafür einplanen. Immerhin: Weh tut der Eingriff nicht.

 

Eigenfett statt Hyaluron

Wer dagegen keine synthetischen Filler einsetzen möchte, kann sich eigenes Fett in die Lippen injizieren lassen. Das Lipofilling eignet sich vor allem, wenn gleichzeitig Fett aus anderen Partien des Körpers abgesaugt werden soll. Der große Vorteil dieser Methode: Der Eingriff ist zwar teuer und aufwendig, das Ergebnis hält dafür aber wesentlich länger. Ideal kombinieren lässt sich das mit einer geplanten Fettabsaugung.

 

Weniger ist mehr

„Bei der Behandlung geht es nicht darum, möglichst viel Masse unter die Haut zu pumpen“, warnt Dr. Dabernig. Kaum eine Patientin wünscht sich die oft verspotteten Schlauchbootlippen. Stattdessen soll mit dem Aufspritzen ein natürlicher Look kreiert werden; die Lippen sollen zwar voll und glatt erscheinen, jedoch zur individuellen Form des Gesichts passen. „Wir fangen deshalb mit wenig Volumen an und spritzen lieber noch mal nach, um das Wunschergebnis perfekt zu treffen“.  Wichtig ist für den Experten die Proportion der Lippen: Als besonders attraktiv gilt es, wenn die Unterlippe etwa doppelt so groß ist wie die Oberlippe. Auch die Mundwinkel sollten nicht zu eng stehen, da sonst der Gesichtsausdruck schnell unfreundlich wirkt.

 

Risiken und Nebenwirkungen im Beratungsgespräch klären

All diese Details klärt der Experte vorab in einem ausführlichen Beratungsgespräch. Ganz wichtig: „Im persönlichen Gespräch gehen wir auf die Ängste der Patienten ein, klären über mögliche Nebenwirkungen und mit dem Eingriff verbundene Risiken auf und prüfen allergische Reaktionen“. Im Anschluss kann es losgehen. Im Schnitt dauert das Lippenaufspritzen etwa 30 Minuten. Nach dem Eingriff kann die Patientin sofort nach Hause gehen, sollte sich aber zunächst schonen und auf Sport, Sauna und Solarium verzichten. Schwellungen und blaue Flecken im Mundbereich gehören zu den normalen und harmlosen Nachwirkungen und gehen in der Regel binnen 48 Stunden komplett zurück.

 

Finger weg von Billiganbietern

Grundsätzlich sollen, auch harmlos erscheinende Eingriffe wie das Lippenaufspritzen nur vom Fachmann durchgeführt werden.  Zwar dürfen auch fachfremde Mediziner die Injektion anbieten. Die bieten den Eingriff zwar oft wesentlich günstiger an, doch falsch gesetzt, können die Spritzen große Schäden anrichten – bis hin zu Hautinfarkt und großflächigen Lähmungen des Gesichts und der darin befindlichen Nerven. Wird unsauber gearbeitet, drohen zudem Infektionen und Entzündungen. Spezialisten hingegen verhelfen schmallippigen Frauen sicher zum prallen, aber natürlich schönen Kussmund.