FaltenbehandlungHyaluron ist weit mehr als nur ein sogenannter Feuchtigkeitsspender. Der körpereigene Wirkstoff ist in unterschiedlichen Formen verfügbar und hilft, dass die Haut langfristig straff und glatt bleibt.

Zwei Tropfen am Morgen, zwei Tropfen am Abend – danach sanft in die Haut einmassieren und wenig später eine pralle und strahlende Haut haben. Das klingt nach Hexerei oder Werbeversprechen, die nie eingehalten werden können? Nicht, wenn es sich um Hyaluron handelt. Der Powerstoff saugt – vergleichbar wie ein Schwamm – Feuchtigkeit auf und bindet sie. Ein Gramm Hyaluron kann sechs Liter Flüssigkeit binden! Heute kommt Hyaluronsäure vorwiegend in Fillern und Anti-Aging-Cremes zum Einsatz und sorgt für zufriedenstellende Ergebnisse.

Was ist Hyaluron?

Hyaluronsäure ist ein körpereigener Wirkstoff, der von den Bindegewebszellen hergestellt wird und sich in der Haut, den Gelenken und im Glaskörper des Auges befindet. Dabei sorgt Hyaluron für ein Aufpolstern der Haut, stützt elastine und kollagene Fasern und fängt freie Radikale ab. Doch die Produktion von Hyaluron nimmt mit der Zeit ab; schon ab dem 25. Lebensjahr produziert der Körper weniger Hyaluronsäure. Die Depots leeren sich und die Haut verliert Feuchtigkeit, Elastizität und Falten entstehen. Ein Umstand, der sehr wohl dazu führen kann, dass ab dem 40. Lebensjahr tiefe Falten sichtbar sind. 

Die Kosmetik und Hyaluron

Forscher haben die Wirkung von Hyaluron erkannt und die Idee geboren, Hyaluron im Labor zu produzieren. Für die Herstellung wurden jahrelang rote Hahnenkämme verwendet. Da es mitunter aber Konsumenten gab, die auf allergisch auf tierische Proteine reagierten, entschieden sich die Forscher für die biotechnologische Herstellung aus Mikroorganismen. Schon in den 1980er Jahren eroberte Hyaluron den japanischen Markt; der Teint sah, selbst nach langen Nächten, frisch aus. Jedoch hatte der Beauty-Effekt auch seine Schattenseiten – er hielt nicht lange an. Die großen Moleküle blieben auf der Hautoberfläche liegen und drangen nicht ein. Heute setzen die Produzenten auch auf kleine Moleküle, die in weiterer Folge durch die Hautschichten eindringen und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Die Hersteller haben auch immer wieder neue Methoden geschaffen, um Hyaluron noch effektiver einzusetzen bzw. die Wirkung zu verlängern

Wie hilft der Arzt?

Noch effektiver als eine Creme sind Injektionen. Diese werden vom plastisch-ästhetischen Mediziner verabreicht und sollen dafür sorgen, dass die Falten gefüllt werden. Zwei bis drei Sitzungen reichen im Regelfall aus, damit selbst tiefe Furchen der Vergangenheit angehören. Auch Dr. Jörg Dabernig, ärztlicher Leiter vom „Haus der Schönheit“, setzt vorwiegend auf derartige Behandlungen. Er klärt seine Patienten auch darüber auf, dass Hyaluron-Injektionen nicht so wirkungsvoll wie Filler sind. Die Filler werden nämlich auch in tiefere Hautschichten gespritzt, sodass auch die tiefen und mittleren Falten bekämpft werden. Bei Lippen kann man mit einem Behandlungserfolg von sechs Monaten, bei der Nasolabialfalte von bis zu neun Monaten und bei Wangenbehandlungen von bis zu 15 Monaten rechnen. Danach müssen die Behandlungen wiederholt werden.